Bevor ich Dich in diesen Impuls mitnehme, ein kurzer Gedanke:
Wenn wir über Freiheit sprechen,
dann tun wir das nicht alle vom gleichen Ort aus.
Unsere Möglichkeiten sind ungleich verteilt.
Geprägt von Herkunft, Lebensumständen und den Strukturen, in die wir eingebettet sind.
Manches ist uns gegeben.
Anderes bleibt uns verwehrt.
Wenn ich hier von innerer Freiheit spreche,
dann nicht, um reale äußere Begrenzungen auszublenden,
sondern um einen (inneren) Raum zu erkunden,
der uns TROTZDEM zur Verfügung stehen kann.
Nicht als Ersatz für das, was im Außen fehlt.
Sondern als ein möglicher Anfang, anders damit umzugehen und andere Wege zu erkunden.
Fremdbestimmt
In unserer ersten Session eines BerufungsCoachings sagte eine Klientin einen Satz, der mich tagelang nicht mehr losgelassen hat:
„Mein Leben fühlt sich total fremdbestimmt an.“
Zwischen Familienalltag, Job, Erwartungen und To-Do-Listen hatte sie das Gefühl, kaum noch selbst zu entscheiden. Alles war irgendwie vorgegeben.
Der Alltag ist dicht, im Berufs- wie im Familienleben.
Die Verantwortung ist real.
Menschen verlassen sich auf uns.
Ich kenne dieses Dilemma aus vielen Coaching-Gesprächen.
Und doch hat es mich diesmal besonders beschäftigt.
Sich frei fühlen
Ich habe begonnen, bei mir selbst genauer hinzuspüren:
Wann fühle ich mich frei?
Und wann nicht?
Dabei wurde mir noch einmal deutlicher:
Äußere Freiheiten wie Zeit, Mittel oder Wahloptionen führen nicht automatisch zu innerer Weite. Manchmal ist viel möglich, und es fühlt sich trotzdem eng an.
Gedanken kreisen.
Erwartungen wirken.
Der eigene Anspruch wird laut.
Und dann gibt es diese anderen Momente.
Nicht alles ist offen.
Die Umstände sind begrenzt.
Und plötzlich entsteht Raum.
Ein Moment, in dem ich wahrnehme:
Ich kann selbst wählen, wie ich dieser Situation begegne.
„Freiheit bedeutet,
dass man nicht unbedingt alles so machen muss
wie andere Menschen.“
Astrid Lindgren
Darin liegt ein wesentlicher Teil von Freiheit.
Nicht nur im Außen.
Sondern in dem,
was ich für möglich halte,
und was ich mir erlaube.
Innere Freiheit kultivieren
In der nächsten Coaching-Session sind wir genau dort wieder eingestiegen.
Meine Klientin hat ihr Leben als Momentaufnahme kreativ sichtbar gemacht.
Mit etwas Abstand und durch die Reflexion verschiedener Perspektiven tauchte eine Erkenntnis auf:
„Vielleicht bin ich gar nicht nur fremdbestimmt.
Vielleicht nehme ich mir selbst weniger Freiheiten, als ich eigentlich habe.“
Diese Erkenntnis war kein Vorwurf.
Eher ein befreiendes Aufatmen.
Im Alltag begleiten mich persönlich vier Fragen, die Freiheit einladen:
- Was würde mir gerade gut tun?
- Was ist genug?
- Wo darf ich eine liebevolle Grenze setzen?
- Geht das auch anders?
Innere Freiheit zeigt sich für mich weniger in großen Entscheidungen,
sondern in kleinen Momenten von Bewusstheit.
Wenn ich langsamer werde.
Wenn ich mich und den Moment aufmerksam wahrnehme.
Wenn ich nicht sofort reagiere.
Wenn ich weniger aus dem Kopf, und mehr aus einem Gefühl von Stimmigkeit heraus handle.
„Echte Freiheit
ist nicht die Freiheit von etwas,
sondern die Freiheit zu etwas.“
(Unbekannt)
Wo könntest Du mehr Freiheiten haben, als Du im Moment wahrnimmst?
Und was wäre ein kleiner, machbarer Schritt, um mögliche Freiräume zu erkunden?
Vielleicht beginnt genau dort etwas in Bewegung zu kommen,
lebendig zu werden.
Ich wünsche uns, dass wir im Miteinander die innere Freiheit kultivieren, um unsere Gestaltungsspielräume mutig wahrzunehmen,
Katja


