Auszeit im Alleingang? Dafür fehlt mir der Mut

Montags-Impuls_ Alleingang

Wer sind die fünf Menschen, mit denen du momentan die meiste Zeit verbringst?

Ich meine nicht, gern verbringen würdest … sondern tatsächlich die Menschen, die du von morgens bis abends am häufigsten um dich herum hast.

Nachweislich werden wir diesen fünf Menschen (und sie uns) mit der Zeit ähnlicher. Wir nähern uns in den Gewohnheiten und der Persönlichkeit unserem Umfeld an. Besonders gut lässt sich das in einer Partnerschaft beobachten.

Nach Wahl oder aus Gewohnheit?

Je schnelllebiger der Alltag, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit mit dem Strom der Gewohnheiten, Standards und Normen in unserem Umfeld zu schwimmen. Das ist einfacher und bequemer als Bestehendes zu hinterfragen:

Passt das wirklich zu mir?

Dafür fehlt uns die Zeit, Energie und manchmal auch der Mut.
Darunter kann die Verbindung zu uns selbst leiden … und auch die Beziehung zu den Menschen um uns herum.

Ein klares Anzeichen dafür, dass wir keinen „guten Draht“ zu uns selbst haben, ist ein Gefühl der Gleichgültigkeit. Wenn wir uns für nichts begeistern können und nicht mehr wissen, was uns Spaß macht.

Dann sehnen sich viele nach Wegen, wie einer Auszeit, zur „Selbstfindung“.

Mut zum Alleinsein

Egoistisch sein ist für viele negativ besetzt. Damit verbunden ist die Angst vor dem Alleinsein.

Wir glauben, dass unser Gefühl der Zugehörigkeit dadurch entsteht, dass wir uns anpassen, die Bedürfnisse anderer wichtiger nehmen als unsere eigenen.

Erinnerst du dich noch an die Pinguin Geschichte?

Die Quintessenz: Habe den Mut du selbst zu sein und dir ein Umfeld zu gestalten, dass zu dir passt. Deinen wahren Platz einzunehmen und echte Verbundenheit zu erleben.

Dafür musste der Pinguin sich jedoch erst einmal eingestehen, dass er Pinguin ist und sich auf die Suche nach Gleichgesinnten und dem eigenen Element machen.

Eine Auszeit ist ein Selbstgestaltungs-Trip

Ob kurz oder lang …
Ob hier oder da …
Ob du dieses oder jenes tust …

Eine Auszeit bietet dir die Möglichkeit jeden einzelnen Tag nach deinem eigenen (Bio-)Rhythmus und deinen Vorstellungen zu gestalten.

Du kannst dich ohne Zeitdruck treiben lassen … Dich stundenlang in etwas vertiefen, das dir Freude bereitet … So lange schlafen wie du willst … Bei schönem Wetter draußen sein oder drin bleiben … Dich in einer fremden Umgebung neu erfinden … Andere Lebensweisen ausprobieren … Nach Lust und Laune tun und lassen, was dir gefällt …

Was sich im ersten Moment, wie das Paradies auf Erden anhört, kann uns anfangs überfordern. Insbesondere wenn unser Tagesablauf sonst von früh bis spät durch getaktet und weitestgehend fremdbestimmt ist.

Wenn es niemanden gibt, auf den wir Rücksicht nehmen müssen oder der uns die Entscheidung abnimmt, sind wir mit uns selbst konfrontiert. Mit der Verantwortung für uns selbst.
Wir finden uns, indem wir selbst entscheiden und gestalten.
Dafür kann eine Auszeit ein geeignetes Übungsfeld sein. Du entwickelst wieder ein Gespür für dich und das, was dir gut tut und du wirklich willst.

Fehlt dir der Mut für den Schritt allein in die Ferne?

Starte klein.

Nimm‘ dir einen Tag oder ein Wochenende Zeit für dich.
Gestalte diese Zeit wie ein Date mit dir.
Tue nur die Dinge, die dir Freude bereiten.
Wenn du nicht weißt, was das ist, probiere etwas Neues aus.
Gehe auf eine Entdeckungsreise zu dir selbst.
Lass‘ dich von deiner Neugierde leiten.
Erwecke wieder die Begeisterung und Lebendigkeit in dir.

Grüße aus Ericeira / Portugal,
Katja

P.S. Mein Mann und ich sind seit 12 Jahren zusammen. Jeder von uns war jeweils ein halbes Jahr allein unterwegs. Paddy nach 1,5 Jahren Beziehung in Neuseeland, ich nach 7 Jahren Beziehung in Südostasien. Beides mal war die Auszeit mit einer Beziehungskrise verbunden, aber auch ein Entwicklungsschub für uns persönlich und die Beziehung. Ohne die Auszeiten wären wir vermutlich nicht mehr zusammen. Momentan genießen wir gemeinsam 4 Wochen Familienauszeit.

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