Ausprobieren geht über Studieren. „Date“ deine Traumjob.

Letztens im Workshop kam wieder DIESE Frage:

„Muss ich nicht erstmal ein klares Bild vor Augen haben, was ich will,
bevor ich losgehen kann?“

NEIN!!!

Woher sollst du wissen, was du wirklich willst, wenn du dich nur „theoretisch“ mit dir und deinen Vorstellungen von einem Job, der zu dir passt, beschäftigst?

Job-Dating

Im Berufungs-Coaching vergleiche ich die Berufswahl gern mit der Partnerwahl. Die Stellenbörse mit einer Online-Dating-Plattform.

Natürlich ist es hilfreich, sich selbst zu reflektieren, um mehr Klarheit und Orientierung zu gewinnen, in welche Richtung die Reise geht. Auf der Dating-Plattform werden dir entsprechend deiner „Kriterien“ potentielle TraumpartnerInnen vorgeschlagen, die (theoretisch) zu dir passen. Im Berufungs-Coaching entwickeln wir verschiedene Job-Ideen.

Doch erst, wenn du dem Menschen oder eben Job im „wahren“ Leben begegnest, wirst du mit Haut und Haaren erleben können, ob der „Funke“ überspringt.

Wenn der Traumjob zum Alptraum wird

Dazu hatte ich in 2012 eine interessante Begegnung. Ich zog gerade in mein erstes Büro in Düsseldorf ein als nebenan ein kleines Café eröffnete. In der Mittagspause kam ich mit dem Inhaber ins Gespräch. Er war lange Jahre im Außendienst tätig und wollte nicht mehr soviel unterwegs sein. Mit dem Café hat er sich einen Traum verwirklicht.

Ein halbes Jahr später übernahm jemand anderes den Laden.

Zufällig traf ich den Vorbesitzer wieder und hatte die Gelegenheit nachzufragen, warum sein Traum geplatzt sei. Er hatte die festen Anwesenszeiten unterschätzt. Von früh bis spät an einem Ort „festzusitzen“ war nicht sein Ding. Eventuell hätte er das erkennen können, wenn er einen selbstehrlichen Blick auf seinen Persönlichkeitstyp geworfen hätte.

Doch die Berufswahl (und Partnerwahl) ist so komplex, dass uns einige Dinge erst bewusst werden, wenn wir es selbst „in echt“ erleben.

Ausprobieren

Dieser Schritt ist entscheidend, wenn du nicht nur mit einer naheliegenden (Übergangs-)Lösung liebäugelst, sondern dich beruflich neu orientieren willst.

Denn die Gefahr ist groß, dass du im Gedankenkarussell des Suchens stecken bleibst. Um das zu vermeiden, hilft es erste Ideen praktisch zu testen – möglichst bevor du deinen Job kündigst.

Im Gegensatz zu einem klassischen, mehrmonatigen Praktikum testest du dabei deine Job-Idee(n) mit minimalem zeitlichen und finanziellen Aufwand (= geringem Risiko).

Ziel ist es in den Joballtag rein zu schnuppern und EIGENE, praktische Erfahrungswerte zu sammeln sowie interessante Kontakte zu knüpfen.

Ein Tag oder eine Woche genügen oftmals schon, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Jannike Stöhr hat in ihrem Traumjob-Experiment 30 Jobs in einem Jahr getestet. Welche Jobs sie getestet und was sie erlebt hat, kannst du auf ihrem Blog und in ihrem Buch nachlesen.

Ebenfalls hilfreich ist es mit jemanden zu sprechen, der in dem Job tätig ist, für den du dich interessierst. Auf watchado findest du Interviews mit Menschen, die dir einen Einblick in ihren Berufsweg und Joballtag geben. ABER die Erfahrungswerte anderer sind die Erfahrungswerte ANDERER und lassen sich nicht 1:1 auf dich übertragen.

Einfach mal selber machen

Ob du den passenden Job suchst oder aus purer Neugierde, die kleine „Flucht vom Schreibtisch“ vermittelt auch die Online-Plattform Descape. Vom Hochzeitsplaner über den Bergbauer bis zum Drehbuchautor … von Peru über Hawaii bis nach Australien – alles ist möglich.

Meine Kundin Ariane hat eine Woche „Praktikum“ gemacht, bevor sie sich dazu entschied ihre Position als Teamleiterin aufzugeben und nochmal die Schulbank zu drücken – für die Ausbildung zur Winzerin. Diesen mutigen Schritt hat sie nicht bereut. Sie lebt ein anderes Leben, das besser zu ihr passt.

Und was, wenn Job-Idee A nicht funktioniert?
KEINE PANIK!
Das Alphabet hat noch 25 weitere Buchstaben.

Mit jedem (kleinen) Schritt lernst du Neues kennen, öffnest deinen Blick und gewinnst Klarheit, was du wirklich willst.

Verschwende nicht deine Lebenszeit damit ewig über den perfekten Job nachzudenken – geh‘ los!

„Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.“
Martin Walser 

 

Ich wünsche dir eine probierfreudige Woche,
Katja

P.S. Falls du nicht gerade auf der Suche nach einem neuen Job bist, aber dein Leben dennoch etwas Abwechslung gebrauchen könnte, nimm‘ doch einfach mal die Angebote für eine Schnupper-/Probe-Stunde wahr – sei es beim Yoga, im Fitness-Studio oder, oder, oder …

Ich habe am Freitag einen halben Tag im neuen Co-Working Space in Dresden, dem Impact Hub, gearbeitet. Der Tapetenwechsel und der Austausch mit den Gründern und Start-up Unternehmern war sehr inspirierend.

 

Dein Motivationskick für den Wochenstart:

– immer montags in deiner Inbox.

Melde dich an und erhalte kurze, liebevoll anschubsende und wegbegleitende Email-Impulse von mir, mit denen du direkt loslegen und dein (Arbeits-)Leben – Schritt für Schritt – nach deinen Vorstellungen gestalten kannst.

… für mehr Freude und Sinn im (Job-)Alltag.

Los geht’s …

2 Kommentare

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