Montag vergangene Woche.
Ein Abend „UnterWEGs mit GleichgeSINNten“.
Im Raum stand eine Frage, die viele gerade umtreibt:
Wie gehen wir mit Ängsten und dem Gefühl von Ohnmacht um – angesichts dessen, was in der Welt geschieht?
Eine Teilnehmerin, Lena, brachte einen Gedanken aus dem Podcast Die Lage der Nation (Folge LdN447 vom 24.9.2025) mit:
Dort wurde genau diese Frage den Hörerinnen und Hörern gestellt. Die Antworten waren vielfältig, und doch gab es einen klaren gemeinsamen Nenner:
Menschen können mit diffusen Bedrohungen besser umgehen, wenn sie Selbstwirksamkeit erleben. Wenn sie im eigenen, unmittelbaren Umfeld konkret etwas tun.
Wenn sie beitragen. Helfen. Gestalten.
Eine demokratische Gesellschaft lebt vom Mitmachen.
Nicht im Großen.
Sondern im Nahen.
Wahrnehmen
Ich habe diesen Impuls nochmal bewusst mitgenommen.
Am nächsten Morgen, auf dem Weg zu meinem Wirkungsort, dem Konnektiv62, habe ich mich gefragt: Was heißt das für mich, ganz konkret?
Wen in meinem Umfeld will und könnte ich im Moment unterstützen?
Mit dem, was mir zur Verfügung steht?
Mit meinen Fähigkeiten und Mitteln?
Mit den Verbindungen, die da sind?
Zwei Menschen tauchten vor meinem inneren Auge auf.
Einer davon: Christian.
Wir haben uns beim „Tanzen“ kennengelernt – bei der Contact Improvisation.
Eine Praxis, die mich immer wieder daran erinnert, wie Neues entsteht:
Durch Kontakt.
Durch Wahrnehmung.
Durch Bewegung.
Von innen nach außen.
Zuerst der Kontakt mit mir selbst.
Was spüre ich gerade wirklich?
Dann der Kontakt mit anderen.
Was entsteht zwischen uns?
Und schließlich: in Bewegung kommen.
Nicht alles durchdenken.
Sondern wahrnehmen. Ausprobieren. Erfahren. Antworten.
Und dabei etwas Neues entstehen lassen.
In Kontakt gehen
Ich schrieb Christian.
Er rief direkt zurück.
Wir tauschten uns aus.
Ehrlich, nahbar, ohne große Agenda.
Und wie so oft in solchen Momenten: Es entstand ein Flow.
Christian erzählte von einer Idee:
Ein neues Format.
Zukunftsgespräche.
Ein Raum für Austausch, für Fragen, für gemeinsames Denken und Fühlen in unsicheren Zeiten.
Etwas in mir wurde sofort wach.
Genau so ein Format hatte ich mir schon länger für das Konnektiv62 gewünscht.
Es entstand eine Pause im Gespräch.
Ein Innehalten.
Und dann kam noch ein Gedanke von Christian:
„Tobi Rosswog ist gerade auf Tour …“
Er erzählte von der Tour „Das Gute Leben für alle“.
Und fragte, ob wir uns vorstellen könnten, den Raum auch dafür zur Verfügung zu stellen.
In diesem Moment war er da:
der Funke.
Ein großes, stimmiges JA.
Die Bewegung weitertragen
Tobi Rosswog steht für eine radikal andere Perspektive auf Wirtschaft und Zusammenleben.
Für eine solidarische, gemeinschaftsgetragene Praxis.
Für die Idee, dass wir geben, was möglich ist. Und nehmen, was wir wirklich brauchen.
Dass Wert nicht über Leistung definiert wird.
Sondern über Beziehung.
Über das, was zwischen uns entsteht.
Im Konnektiv62 verstehen wir uns als Ort, der Menschen und Ideen in Kontakt bringt.
An dem aus der Begegnung heraus neue Wege entwickelt, ausprobiert und gemeinsam getragen werden können. Ein Raum, der verbindet. Und in Bewegung bringt.
Und so ging es weiter – unglaublich leichtgängig – fast wie von selbst:
Christian nahm Kontakt zu Tobi auf.
Die Idee der Zukunftsgespräche bekam Kontur.
Ich bereitete den Konnektiv62-Newsletter vor.
Weitere geplante Formate fügten sich stimmig ein.
Was als Frage begann, wurde Bewegung.
Was als Kontakt begann, wurde Kooperation.
Was als Impuls begann, wurde eine Veranstaltungsreihe im Konnektiv62.
Auftakt: „Das Gute Leben für alle“:
Vortrag und Gespräch mit Tobi Rosswog
📅 22. April 2026
🕡 18:30 – 20:30 Uhr
Ein Abend, der inspiriert, irritiert und neue Möglichkeitsräume öffnet – rund um solidarisches Wirtschaften, gemeinschaftliches Handeln und die Frage: Wie könnte ein gutes Leben für alle konkret aussehen?
Wenn Du neugierig bist, am Mittwoch Zeit hast und Dresden erreichbar ist, komm‘ einfach vorbei!
Weiterführende Formate im Konnektiv62:
Zukunftsgespräche
📅 7. Mai | 22. Mai | 1. Juni | 17. Juni | 2. Juli 2026
🕡 19 – 21:30 Uhr (! geänderte Uhrzeit !)
Mit Christian vom Zentrum für zukünftige Realitäten
Ein offenes Dialogformat für kollektives Nachdenken, Perspektivwechsel und das gemeinsame Erforschen von Zukunftsbildern – jenseits von einfachen Antworten.
Hier erfährst Du mehr und kannst Dich anmelden!
Soziodrama: Was braucht es für ein gutes Leben?
📅 23. Juni 2026
🕡 17:30 – 21 Uhr
Mit Maud Bermann und Claudia Oehring-Rosenlöcher, Offene Psychodramabühne Dresden.
Ein Erfahrungsraum, in dem gesellschaftliche Fragen nicht nur besprochen, sondern verkörpert, durchlebt und neu gestaltet werden können.
Melde Dich hier an!
Wendepunkt
Vielleicht ist das der entscheidende (Wende-)Punkt:
Nicht alles wissen oder lösen müssen.
Aber in Kontakt gehen.
Nicht auf den großen Hebel warten.
Sondern die eigenen Möglichkeiten erkennen und nutzen.
Nicht allein bleiben.
Sondern sich verbinden.
Denn wir sind niemals machtlos.
Wir haben vielfältige Privilegien und Gestaltungsmacht.
Und wir sind verbunden.
Und in dieser Verbindung liegt eine Kraft, die größer ist als wir selbst.
Oder, mit den Worten von John Lennon:
“You may say I’m a dreamer, but I’m not the only one.”
Was entsteht, wenn wir genau von hier aus weitergehen?
Ich freue mich, wenn wir uns auf diesem Weg begegnen,
Katja


