Selbstständig = selbst und ständig?

Montags-Impuls_ Selbst und ständig

„Selbst und ständig“ ist ein Klischee, das weit verbreitet ist und oftmals auch von Selbstständigen gut bedient wird. Doch muss das wirklich sein?

Selbst und ständig – Ja, ich will!

Zunächst einmal gibt es die glänzende Seite der Medaille: Ja, ich will ich SELBST sein bei dem, was ich tue. Und das am liebsten jeden Tag. Selbstständig zu sein bedeutet für mich vor allem Freiheit. Natürlich geht mit Freiheit und Selbstbestimmung auch Verantwortung einher. Ich persönlich möchte die Verantwortung für mein Business selbst übernehmen. Ich möchte eigene Entscheidungen treffen. Ich möchte mein eigenes Ding machen und zu 100% dahinter stehen. Meine eigene Chefin sein.

Nach 7 Jahren Selbstständigkeit habe ich mir einen Joballtag ganz nach meinen Vorstellungen gestaltet. Ich kann Tag für Tag an den Themen arbeiten, die mich wirklich interessieren. In einem Umfeld, das ich selbst (mit-)gestalten kann. Mit Menschen, die ich durch meine Persönlichkeit und Arbeitsweise anziehe. Ich liebe es, Menschen wegweisende Impulse zu geben und Mut zu machen – sei es im Coaching, in Workshops oder über die Montags-Impulse. Ich schätze es, an den Herausforderungen der Selbstständigkeit persönlich zu wachsen. Ich bin dankbar, dass ich mir meine Arbeitszeit flexibel einteilen kann. So kann ich meine berufliche Selbstverwirklichung besser mit meiner Familie und meinen persönlichen Lebenszielen vereinbaren – im Sinne von Work-Life-Romance. Ein Sowohl-als-auch statt Entweder-oder.

Dafür ist es natürlich wichtig, dass ich nicht immer selbst, und nicht ständig arbeiten muss.

Wirtschaftlichkeit

In vielen Köpfen hält sich das Bild vom selbstständigen Einzelkämpfertum, dass Selbstständige auf sich allein gestellt sind.

Natürlich trage ich als Selbstständige die komplette Verantwortung. Auch ist es gerade zu Beginn der Selbstständigkeit mangels Budget oft nicht möglich, Aufgaben im großen Stil zu delegieren. Vieles muss Mann oder Frau zunächst in die eigene Hand nehmen. Vieles, aber auf gar keinen Fall alles!

Bestimmte Aufgaben habe ich von Anfang an in professionelle Hände gegeben. Dazu gehörten u.a. die Erstellung meiner „Corporate Identity“, also Logo & Co. sowie die Website. Auch in einen guten Steuerberater habe ich direkt investiert. Meine Noten im Studium sprachen nicht dafür, dass das zu meinen Kompetenzen zählt.

In den meisten Fällen hilft es einmal wirtschaftlich zu denken und gegen zu rechnen:

  • Was koste ich bzw. welchen Umsatz erwirtschafte ich und was kostet mich der Profi pro Stunde?
  • Wieviel Zeit brauche ich für ein akzeptables Ergebnis (mehr ist nicht drin, wenn ich kein Profi bin) und wieviel Zeit braucht ein Profi für ein überzeugendes Ergebnis?

In der Zeit, in der ich mich z.B. mit den Basics der Website-Erstellung beschäftige, kann ich keine Kunden akquirieren oder Coachings durchführen. Das heißt, ich zahle unterm Strich drauf.

Geniezone

In der Selbstständigkeit müssen wir Aufgaben delegieren, damit Zeit bleibt, uns auf unsere Geniezone zu konzentrieren, also das Kerngeschäft. Deine Geniezone ist die Schnittmenge zwischen dem was du kannst, was du liebst und womit du dein Geld verdienst.

  • Aufgaben, die du weder gut kannst noch liebst und die dir kein Geld bringen, solltest du auf deine Not-To-Do Liste schreiben und delegieren. Das könnte z.B. die Büroreinigung sein.
  • Aufgaben, die du weder kannst noch liebst, die allerdings Geld bringen, solltest du wertschätzend in professionelle Hände geben, z.B. das Website-Design.
  • Aufgaben, die du zwar kannst, aber nicht liebst, und die nicht direkt Geld bringen, sind mit der Zeit und wachsenden Umsätzen in anderen Händen besser aufgehoben.
  • Alle verbleibenden Aufgaben gehören auf deinen Tisch.

Wenn nichts mehr übrig bleibt, stellt sich die Frage, ob du in der passenden Selbstständigkeit unterwegs bist. Und wann immer du das Gefühl hast, dass dir der Spaß an deiner Selbstständigkeit abhanden kommt, solltest du dir eine Liste aller tagtäglichen Aufgaben machen und überprüfen, wieviel Zeit dir für deine Geniezone bleibt.

Kooperation

Tatsächlich motiviert mich neben der Freiheit vor allem das Miteinander in der Selbstständigkeit. Das ist nur scheinbar widersprüchlich. Ich glaube, dass wir Menschen soziale Wesen sind und uns am besten in einer wertschätzenden Gemeinschaft entwickeln und entfalten können.

Der Vorteil an der Selbstständigkeit: Ich kann mir meine „Kolleg*innen“ selbst aussuchen – sei es im Konnektiv62 als Bürogemeinschaft, in der Master Mind Gruppe mit selbstständigen Unternehmerinnen oder im People Network mit anderen Trainer*Innen und Coaches.

Ich schätze diese GleichgeSINNten für den persönlichen und fachlichen Austausch und gemeinsam können wir Größeres gestalten als ich als einzelne Person.

Pausen

Im Gegensatz zum Angestellten gibt es in der Selbstständigkeit keinen bezahlten Urlaub und oft auch keinen Mutterschutz oder Krankentagegeld (je nach Versicherungsschutz). Das kann dazu verleiten kraft der Begeisterung und Leidenschaft für die Sache über die eigenen Grenzen hinaus zu arbeiten bis hin zur Selbstausbeutung.

Dabei ist unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit unser wichtigstes Kapital – egal ob angestellt oder selbstständig.

Vielen Selbstständigen fällt es schwer nach „Feierabend“ abzuschalten. Die Gedanken kreisen kontinuierlich um die anstehenden Aufgaben, Ideen schießen durch den Kopf, auf einer Feier entwickelt sich ein Gespräch mit potentiellen Kunden …

Selbst (oder besonders) wenn der Druck groß ist, sollten wir Nein sagen lernen, innehalten und Abstand gewinnen. Denn wenn uns die Pause fehlt, produzieren wir auch wenig sinnvolles. Um den Druck einer Selbstständigkeit stand zu halten und unsere Kreativität zu fördern, sollten wir unserem Geist öfter eine Pause gönnen und immer wieder unsere Energietanks aufladen: Ob in einer Mittagspause, beim Sportkurs, an einem freien Sonntag oder Wochenende oder im wohlverdienten Urlaub.

Klar, am Anfang ist es unser „Baby“. Da sind wir Tag und Nacht dran und können kaum an etwas anderes denken. Doch irgendwann sollte auch dein Business aus den Kinderschuhen rauswachsen und eine Zeit ohne dich klarkommen.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für 3 Wochen in den wohlverdienten Familienurlaub. Wir sind unterwegs in Südosteuropa und werden nach einer Hochzeit in Mazedonien noch Albanien erkunden.

Die Arbeit kann warten, das Leben nicht

Damit pausieren auch die Montags-Impulse. Anfang August geht es weiter …

Ich wünsche dir, dass du deine eigenen Bedürfnisse in der Selbstständigkeit ernst nimmst,
Katja

P.S. Für die Urlaubszeit habe ich YouCanBook.me eingerichtet. Über dieses Tools kannst du dir sehr gern selbst einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch in meinem Kalender buchen. Ich freue mich auf unser Kennenlernen oder Wiedersehen: Termin vereinbaren!

2 Kommentare

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