Lebenswege. Was wäre, wenn … ?

Montags-Impuls_ Lebenswege

Ich glaube nicht, dass unser Lebensweg vorgezeichnet ist. An jeder Weggabelung, ja im Grunde jeden Tag, haben wir die Möglichkeit neue Wege einzuschlagen.

Manchmal denke ich mir: „Was wäre, wenn …?“ und genau dazu, möchte ich heute eine Übung mit dir teilen, die ich erstmals im Buch „Mach, was du willst. Design Thinking fürs Leben“ (*Buchempfehlung) entdeckt habe.

Drei Lebenswege

Entwerfe einmal drei komplett unterschiedliche Routen für das nächste Kapitel deines (beruflichen) Lebens. Dafür eignet sich ein Zeithorizont von 5 Jahren. Das ist lang genug, um unser Vorstellungsvermögen zu weiten und kurz genug, um überschaubar und greifbar zu sein.

Werde kreativ! Versuche nicht drei ähnliche Alternativen, sondern komplett verschiedene Berufsbilder und Lebensentwürfe zu entwickeln. Erlaube den unterschiedlichen Anteilen in dir, sich auszudrücken und öffne dich für die vielfältigen Möglichkeiten des Lebens.

Nimm‘ dir ein A4 Blatt für jede Variante. Unterteile das Blatt in 5 Spalten – eine Spalte für jedes Jahr. Gestalte deine drei Lebensentwürfe – mit Worten und gern auch kleinen Zeichnungen. Berücksichtige neben den beruflichen Meilensteinen auch persönliche und private Ereignisse.

Route A: Fortschreibung

Dein Lebensweg #1 kann eine Fortschreibung deines aktuellen Weges oder der Richtung sein, in die sich dein Leben momentan entwickelt. Angenommen, alles läuft so weiter wie es ist bzw. du nimmst das aktuelle Jobangebot an, … wie wird sich dein bzw. euer Lebensweg in den kommenden Jahren voraussichtlich weiterentwickeln?

Route B: Vollsperrung auf Route A

Dein Lebensweg #2 ist das, was du tun würdest, wenn Route A keine Option mehr ist oder plötzlich wegfällt. Also, du verlierst deinen aktuellen Job (aus welchen Gründen auch immer), du wohnst nicht mehr dort, wo du momentan lebst, … womit würdest du deinen Lebensunterhalt verdienen? Wo zieht es dich hin … ?

Route X: Neuland

Dein Lebensweg #3 ist der Weg, den du gehen würdest, wenn Geld keine Rolle spielt und es egal wäre, was andere über dich denken. Du wärst finanziell abgesichert und kannst dir dein Leben – wie Pippi Langstrumpf – ausmalen, wie es dir gefällt. Wenn der Lohn und die Anerkennung anderer nicht maßgeblich sind, sondern lediglich die Freude am Tun, welchen Weg würdest du dann einschlagen? Dieser Plan darf wild und verrückt ausfallen. Für den Zweck dieser Übung, mach‘ dich einmal gedanklich frei von deinen Verpflichtungen (die Kinder, der Partner, das Haustier, die pflegebedürftigen Eltern, das Haus …). Klar ist das nicht unbedingt dein Wunsch, doch es öffnet das Denken. Manches was du dir erträumst, funktioniert vielleicht doch mit den Kindern, dem Partner oder deinen Haustieren. Sei neugierig, was für Ideen und Träume an die Oberfläche drängen, wenn das Korsett des Verstandes wegfällt.

Was steckt dahinter?

Diese Übung macht bewusst, dass es nicht die eine richtige Antwort auf die Frage nach dem „Wohin?“ im Leben gibt. Gleichzeitig dienen die verschiedenen Lebenswege dazu, Orientierung zu gewinnen. Sie versinnbildlichen deine Bedürfnisse, Träume und Herzenswünsche sowie Werte, die womöglich in deinem Leben noch nicht erfüllt sind.

Eine besondere Wirkung kann diese Übung entfalten, wenn du dich dazu mit einer Gruppe von Freunden oder wohlgesonnenen Menschen austauschst. Im Austausch mit anderen bekommst du Feedback und konkrete Ideen oder hilfreiche Kontakte, wie sich eine scheinbar unrealistische Route womöglich doch umsetzen ließe.

Jede Route, die wir im Leben einschlagen, enthält unbekannte Variablen. Jeder Entwurf ist ein Kompromiss. „Alles ist möglich“ funktioniert nicht. Jeder Schritt hat Konsequenzen – vorhersehbare und auch unberechenbare. Es geht nicht darum, eine finale Antwort zu bekommen, sondern die vielfältigen Möglichkeiten offen und neugierig zu entdecken.

Ich wünsche dir viel Freude beim Erkunden alternativer Lebenswege,
Katja

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