Workation bei Wir bauen Zukunft. Was wird möglich, wenn wir es probieren?

Montags-Impuls Workation Wir bauen Zukunft

Ich sitze im Gartencafé bei Wir bauen Zukunft.

Lotta, unsere vier Monate alte Appenzeller Sennenhündin, liegt zu meinen Füßen. Wir sind hier auf Workation.

Workation – zwischen Natur, Arbeit und dem Ungeplanten

Es ist Oktober. Der Herbst ist eingezogen bei Wir bauen Zukunft in Nieklitz. Anders als bei meinen bisherigen Aufenthalten im Frühjahr oder Sommer ist es ruhiger geworden. Weniger Menschen, weniger Veranstaltungen, weniger Trubel.

Ich bin bereits zum siebten Mal hier. Seit meinem ersten Aufenthalt im Frühjahr 2024 zur Deep Community sind wir auch als Familie immer wieder zurückgekehrt. Für Festivals, Gemeinschaftswochen, OsterCamps und, eines meiner Highlights: das BauCamp der neuen Gartensauna.

Dieses Mal bin ich mit Lotta zu zweit unterwegs.

Die Jungs reisen mit dem (Nacht-)Zug von Berlin über Paris und Madrid nach Portugal.
Ich übernehme die Hundebetreuung.

Nachdem wir Patrick und Mika am Bahnhof in Berlin abgesetzt haben, fahren Lotta und ich weiter Richtung Hamburg und treffen gerade noch rechtzeitig zum gemeinsamen Abendessen bei Wir bauen Zukunft ein.

Wir übernachten im Campervan.

Morgens drehen wir unsere Runde über das weitläufige Gelände. Vorbei am Blumenhaus und KidsCamp, durch den Waldgarten und über den Feenweg bis zum Sonnendeck am Teich. Überall begegnen mir Erinnerungsmomenten an frühere Aufenthalte.

Die letzten Wochen waren herausfordernd und trubelig. Deshalb geht es mir diesmal weniger darum, meinen Arbeitsplatz an einen schöneren Ort zu verlagern.

Ich möchte mir Raum nehmen für die Fragen, die mich momentan beschäftigen. Für Begegnungen mit vertrauten und neuen Menschen, und Inspiration. Und auch für das „hochpotente“ Nichtstun.

Doch die ersten Tage fordert Lotta meine volle Aufmerksamkeit.
Ein junger Hund braucht Zeit, um in einer neuen Umgebung anzukommen.

Und so merke ich: Auch an einem Zukunftsort lösen sich nicht alle Widersprüche einfach auf.

Im Gartencafé spricht mich eine Volunteerin freundlich an:

„Entschuldige, hat Dir schon jemand eine Einführung zum Café gegeben? Hier sind keine Laptops erlaubt. Daran dürfen wir uns selbst regelmäßig gegenseitig erinnern.“

Ich bin mir dessen bewusst …

… UND Lotta ist für den CoWorking Space noch zu unruhig. Die Lounge ist mit einem Team-Retreat belegt. Im Tiny Office doziert ein weiterer Workation-Gast aus Schweden. Und im Campervan ist es herbstlich frisch.

Dabei muss ich an den Soziologen Hartmut Rosa denken, der im Podcast-Interview bei Hotel Matze sagte:

„Regel ist nicht Regel, sondern Regel ist Teil der Situation. Aber sie ist nicht alles, was in einer Situation relevant ist.“

Hartmut Rosa erinnert daran, dass Regeln nicht losgelöst von der jeweiligen Situation betrachtet werden können. Dass es darum geht, wahrzunehmen, abzuwägen und angemessen zu handeln.

Im Gartencafé bin ich gerade fast allein. Und wenn ich schon unerlaubt meinen Laptop hier aufklappe, dann natürlich für diesen Ort.

Ich beginne, diesen Montags-Impuls zu schreiben.

Was macht diesen Ort so wertvoll?

In meiner Arbeit beschäftige ich mich seit einiger Zeit intensiv mit gemeinschaftsgetragenem Wirtschaften und Regeneration.

Bei Wir bauen Zukunft wird vieles davon greifbar. Auf dem Gelände eines ehemaligen botanischen Gartens entstehen Räume für Natur, Begegnungen, gemeinsames Lernen, Arbeiten und zukünftig auch Leben.

Nicht alles ist fertig oder funktioniert reibungslos. Hier wird ausprobiert, gelernt und gemeinsam weiterentwickelt.

Nach fast zehn Jahren hat Wir bauen Zukunft nun das Baurecht und einen rechtskräftigen Bebauungsplan. Ein großer Schritt für die weitere Entwicklung dieses besonderen Ortes.

Seit diesem Jahr bin ich investierendes Mitglied der Wir bauen Zukunft eG.

Wofür?

Weil ich es wichtig finde, dass es solche Orte gibt. Und weil mich die Frage beschäftigt, worein wir unsere Zeit, unser Geld und unsere Energie investieren.

Was sind uns gesunde Böden, lebendige Ökosysteme, Fürsorge und Orte der Begegnung wert? All das trägt zu einem guten Leben bei, lässt sich aber nicht ohne Weiteres in wirtschaftlichen Kennzahlen ausdrücken.

Wie können wir solche Werte stärker in unser Verständnis von Wirtschaftlichkeit einbeziehen? Und wie kann ein Ort wie Wir bauen Zukunft langfristig wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden und gleichzeitig bewahren und stärken, was ihn besonders macht?

Wollen wir es nicht einfach ausprobieren?

Am Ende meines Aufenthalts stehen noch zwei Tage Workshop auf dem Programm. Ich bin eingeladen, am partizipativen Entwicklungsprozess für die nächste (Bau-)Phase von Wir bauen Zukunft (WbZ) mitzuwirken.

Doch manches stelle ich mir einfacher vor, als es dann tatsächlich ist.
Wie soll das mit Lotta und 28 Menschen in einem Workshopraum funktionieren?

Am Tag vor dem Workshop suche ich das Gespräch mit Johannes vom WbZ:
Ich befürchte, das wird nix.
Sie ist noch zu unruhig. Verständlich für einen vier Monate alten Welpen. Ich möchte weder den Workshop noch die Menschen darin stören.
Die letzten Tage haben mich schon ordentlich aus meiner Komfortzone gebracht.
Ich werde wohl nach dem Frühstück abreisen.

Und Johannes antwortet mit etwas, das ich selbst so häufig empfehle:
„Wollen wir es nicht einfach ausprobieren?“

Also „Walk the Talk“.
Am nächsten Tag sitze ich mit Lotta im Workshopraum.
Sie liegt auf ihrer Kuscheldecke.
Der Raum füllt sich.
Nicht nur mit Menschen.
Sondern auch mit zwei weiteren Hunden.

Und Lotta?
Bleibt tiefenentspannt.
Und ich bleibe da.

Wir erkunden die vielfältigen Baufelder auf dem Gelände, nehmen wahr, was hier entstehen will, und tauschen uns zu unseren Fähigkeiten und Ressourcen aus. In einer Aufstellung wird sichtbar, welche Baufelder uns besonders anziehen. Ich finde mich in der Arbeitsgruppe „Tiny Ville“ wieder.

Statt mit Frust fahre ich mit einer herzerfüllenden Erfahrung nach Hause, und mit dem Erinnerungsmoment einer entspannten Lotta inmitten dieser wundervollen Gemeinschaft.

Danke, Johannes, fürs Ermutigen!

Einfach mal selbst erleben

Was mich immer wieder zu Wir bauen Zukunft zieht, sind weniger die fertigen Antworten als die herzoffenen Begegnungen, unkonventionellen Erfahrungen und neuen Möglichkeitsräume, die ich von hier mitnehme.

Vielleicht macht Dich meine Geschichte neugierig, selbst einmal vorbeizukommen und herauszufinden, was hier für Dich persönlich möglich wird.

Für eine Workation, ein Team-Event oder Retreat oder eines der Seminare und Veranstaltungen.

Und wenn Du diesen Zukunftsort mitgestalten möchtest, findest Du verschiedene Wege zum Mitmachen und Investieren.

Mein Montags-Impuls für Dich

Was würdest Du ausprobieren, wenn Scheitern erlaubt ist?

Wenn Dein Herz ein „Ja“ dazu hat, mag ich Dich dazu ermutigen.

Alles Liebe,
Katja

P.S. Lotta im Workshop-Modus 😉

Lotta @Wir bauen Zukunft

BerufungsWorkshop: Zukunft fängt bei Dir an | Termine 2026!

Spüre, was wirklich in dir steckt – und wofür du in dieser Welt stehen willst. In einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten tauchst du ein in einen achtsamen Reflexionsraum, in dem du deine Stärken, Werte und Kraftquellen erkennst und dich mit deinem Herzensanliegen verbindest. Inspiriert durch Coaching-Übungen, Impulse und den Austausch im kreativen Wohlfühlambiente des Konnektiv62 gewinnst du Klarheit darüber, wohin du beruflich und persönlich wirklich willst. Dieser Workshop lädt dich ein, neue Möglichkeiten zu entdecken, innere Orientierung zu finden und deinen Beitrag für ein gelingendes Morgen mutig zu gestalten.

Mehr Infos und Anmeldung

UnterWEGs mit GleichgeSINNten | 28. September 2026

Unterwegs mit Gleichgesinnten

Du hast bereits an einem BerufungsCoaching oder BerufungsWorkshop teilgenommen.
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Dann laden wir, Katja und Sandra, Dich zu diesem Workshop ein.
Hier begegnen sich GleichgeSINNte.
Hier teilen wir Erfahrungswerte.
Hier bestärken und ermutigen wir uns gegenseitig für den nächsten Schritt.

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