Duzen oder Siezen? Gern per Du …

Montags-Impuls_ Duzen

Ob hier in den Montags-Impulsen, auf meiner Website oder im Konnektiv62 … ich duze dich und meine Gäste – sowohl privat als auch beruflich.

Duzen oder Siezen?

Meine Vorliebe für das „Du“ ist bereits im Studium entstanden. In meinem internationalen Studiengang wurden viele der Fächer auf Englisch unterrichtet – eine Sprache, die kein „Sie“ gebraucht. Während meiner zwei Auslandsemester in Finnland waren wir mit allen Professor*innen per „Du“. Das Duzen zog sich durch meine Praktika in Australien und bei einem US-amerikanischen Unternehmen. Der Kulturschock kam beim Berufseinstieg in einen traditionellen deutschen Großkonzern. Ein Eiertanz zwischen „Du“ und „Sie“ begann.

Diese 6 Jahre haben mich geprägt, so sehr dass ich anfangs in meiner Selbstständigkeit unsicher war. Schrecke ich Interessent*innen ab, wenn ich sie auf meiner Website direkt „duze“? Wirkt mein Auftritt dadurch unprofessionell? Verbaue ich mir wertvolle Chancen? Ich wählte auf der Website das „Sie“ und bot das „Du“ erst im persönlichen Erstkontakt an.

Die „Sie-Du“-Knigge

Laut Knigge ist selbst das im Business ein Fauxpas: „Jede volljährige Person hat nach allgemeiner Auffassung ein Recht darauf, mit Sie angesprochen zu werden“. In den meisten deutschen Unternehmen ist das Siezen noch immer Gang und Gebe. Das „Du“ ist eine Ausnahme. Und wann beziehungsweise wie das „Du“ angeboten werden sollte, ist klar geregelt: Von Alt zu Jung, von „Oben“ nach „Unten“, von Frau zu Mann …

Die Befürworter*innen des Siezens argumentieren mit Respekt und Höflichkeit. Ganz persönlich glaube ich, dass eher das Wahren einer gewissen Distanz dem „Sie“ zugrunde liegt.

Vormarsch der Duz-Kultur

In Schweden duzen sich alle seit Ende der 60er Jahre. Das kalte und distanzierte „Sie“ wurde durch das „Du“ ersetzt – als demokratischer Ausdruck. Ob die Taxifahrer*in, der Volvo-Vorstand oder der schwedische Staatsminister – das „Du“ und der Vorname sind angemessen. Lediglich die Mitglieder des schwedischen Königshauses werden in der dritten Person angesprochen.

Doch auch außerhalb von Schweden ist das „Du“ auf dem Vormarsch. Treiber sind die Globalisierung und New Work. Die Geschäftssprache ist vielerorts Englisch. Mittlerweile gehen etliche Unternehmen zur „Duz-Kultur“ über, um die Inhalte statt die Hierarchien zu betonen.

Im August 2018 wurde von Mitarbeiter*innen der BMW Group in München die Initiative #gernperDu ins Leben gerufen – für mehr Kommunikation auf Augenhöhe. Ein kleines Mittel, das zu einem positiven Kulturwandel beitragen kann.

Warum ich „duze“?

Das „Du“ ist für mich die Brücke und – neben dem Lächeln – der schnellste Weg zwischen zwei Menschen.

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Jenseits vom Alter, Geschlecht, Positionen und Hierarchien sind wir Mensch. Als Mensch sind wir gleichwertig. Mit dem „Du“ begegne ich meinem Gegenüber auf Augenhöhe. Es ist eine Einladung die Maske fallen zu lassen, Mensch zu sein. Respekt und Höflichkeit sind für mich im Umgang selbstverständlich.

Ich wünsche mir, dass wir das Menschsein auch ins Arbeitsleben tragen,
Katja

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