Miteinander reden: Bist du Wolf oder Giraffe?

Montags-Impuls_ Miteinander

Morgen ist der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit.
Ein Feiertag, der an die deutsche Wiedervereinigung im Jahre 1990 erinnert.

Dem vorausgegangen ist ein Prozess des gesellschaftspolitischen Wandels, die Wende. Diese wurde von den – als friedliche Revolution bezeichneten – Initiativen, Protesten und Demonstrationen (von Teilen) der DDR-Bevölkerung begleitet und hat die Wiedervereinigung erst möglich gemacht.

Wie gelingt ein friedliches Miteinander?

Für mich ist dieser Tag ein Aufruf, sich für ein friedliches Miteinander auf der Welt einzusetzen,

„Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben.
Nur Licht kann das.
Hass kann Hass nicht vertreiben.
Nur Liebe kann das.“
(Martin Luther King)

Grundlegend dafür ist Kommunikation.

Marschall B. Rosenberg hat ein Konzept bzw. vielmehr eine Haltung für die Kommunikation entwickelt, welche Menschen helfen soll, wertschätzende Beziehungen zu entwickeln und Konflikte friedlich zu lösen: Die Gewaltfreie Kommunikation (kurz: GFK)

Sprichst du wie ein Wolf oder eine Giraffe?

Dabei entscheidet die Art und Weise unseres Sprechens über unsere Fähigkeit, Empathie und einen vertrauensvollen Kontakt aufzubauen.

Die GFK wird auch als Giraffensprache bezeichnet. Die Giraffe ist das Landtier mit dem größten Herzen. Sie schafft eine zwischenmenschliche Verbindung, indem wir zwischen Beobachtung und Bewertung trennen, unsere Gefühle achtsam zum Ausdruck bringen und uns die damit verbundenen Bedürfnisse bewusst machen. Wir übernehmen die Verantwortung für unsere Re-Aktion.

Im Gegensatz dazu drückt sich die Wolfssprache durch Kritik, Schuldzuweisungen, Bewertungen, Interpretation, Forderungen und Drohungen aus – eine explosive Mischung, die Druck erzeugt und oftmals Gegendruck provoziert.

Verhalten dient der Erfüllung von Bedürfnissen

Unser Verhalten und auch unsere Sprache wird von der Ebene unserer Bedürfnisse, inneren Motive und Glaubenssätze gesteuert.

Menschliche Bedürfnisse sind universell, wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Auf dieser Basis können wir Verständnis füreinander entwickeln. Wir können die zugrunde liegende Motivation verstehen, ohne mit den Handlungen, mit denen sich andere die Bedürfnisse erfüllen, einverstanden zu sein.

Doch häufig sind diese Bedürfnisse weder uns selbst bewusst, noch für den anderen ersichtlich (im Sinne des Eisbergmodells). Die GFK dient dazu sich der eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden, sich ehrlich und klar auszudrücken und in einen einfühlsamen Kontakt miteinander zu kommen.

In vier Schritten zu mehr Miteinander statt Gegeneinander

Rosenberg hat die vier Schritte der GFK in einem Satz zusammen gefasst (Quelle: Wikipedia):

1. „Wenn ich a sehe, (= Beobachtung)
2. dann fühle ich b, (= Gefühl)
3. weil ich c brauche. (= Bedürfnis)
4. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.“ (= Bitte)

Etwas ausführlicher …

Vorbereitung: Atme ein paar Mal tief durch!

Das steht nicht in der Gebrauchsempfehlung, aber ist aus meiner Erfahrung notwendig, um nicht „aus der Pistole“ zu schießen.

Suche zeitnah zum Ereignis (Auslöser) das Gespräch. Ansonsten besteht die Gefahr, dass du dich in eigenen Interpretationen verstrickst.

Schritt 1: Beschreibe deine Beobachtung in einer konkreten Situation – ohne zu bewerten, zu interpretieren oder zu pauschalisieren („immer“ oder „nie“).

Gütekriterium: Welches Verhalten lässt sich für einen Außenstehenden / Unbeteiligten in dieser Situation objektiv beobachten?

Schritt 2: Teile dem anderen mit, welche Gefühle dieses Verhalten bei dir auslöst – ohne Schuldzuweisung.

Gütekriterium: Für „echte“ Gefühle übernimmst du selbst die Verantwortung, im Sinne von „ICH fühle mich …“ (traurig, wütend, einsam …) ohne dieses Empfinden durch eine Bewertung oder Schuldzuweisung dem anderen in die Schuhe zu schieben (“ … nicht respektiert / ignoriert / hintergangen“).

Schritt 3: Offenbare deinem Gegenüber, welche deiner Bedürfnisse in diesem Moment nicht erfüllt sind.

Gütekriterium: Anstatt auf ein bestimmtes Verhalten zu beharren, öffnet ein Bedürfnis den Raum für alternative Lösungsansätze, die zur Erfüllung beitragen.

Schritt 4: Äußere eine Bitte oder einen Wunsch – ohne Forderungen zu stellen und dem anderen vorzuschreiben, wie er sich (in deinem Verständnis „richtig“) zu verhalten hat.

Gütekriterium: Eine echte Bitte gibt dem anderen die Möglichkeit zu wählen bzw. neue Vorschläge für eine passende Lösung einzubringen.

Der GFK liegt die Annahme zugrunde, „dass Menschen unter freien Bedingungen die emphatische Verbindung zum Miteinander suchen.“ (Quelle: Wikipedia).

Probiere es diese Woche aus.
Anfangs kann sich das ganz schön holprig anhören.
Es braucht Übung.
Doch es lohnt sich.
Deine Bemühungen tragen zu einem friedlichen Miteinander und mehr Mitmenschlichkeit bei.

Ich wünsche dir, dass du in dieser Woche mehr Brücken als Mauern baust,
Katja

 

Dein Motivationskick für den Wochenstart:

– immer montags in deiner Inbox.

Melde dich an und erhalte kurze, liebevoll anschubsende und wegbegleitende Email-Impulse von mir, mit denen du direkt loslegen und dein (Arbeits-)Leben – Schritt für Schritt – nach deinen Vorstellungen gestalten kannst.

… für mehr Freude und Sinn im (Job-)Alltag.

Los geht’s …

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