Mitgefühl. Gehe in den Schuhen des anderen …

Mitgefühl für den anderen entwickeln

Eine indianische Weisheit besagt:

„Gehe hundert Schritte in den Schuhen eines anderen,
wenn du ihn verstehen willst.“

Wir Menschen neigen schnell dazu, das Verhalten anderer zu verurteilen. Dabei nehmen wir uns selten ausreichend Zeit, um uns in die Situation des anderen hineinzuversetzen.

Viele Missverständnisse und Konflikte entstehen, weil wir im Tunnelblick nur auf ein winziges Detail des ganzen Bildes starren. Einen einzigen Aspekt dessen, was den anderen Menschen ausmacht. Ein kleiner Bruchteil losgelöst aus dem Kontext. Ein isoliertes Puzzlestück.

Wir alle haben unsere eigene Geschichte, sind durch Erfahrungen und Situationen gegangen, die unseren Blick auf die Welt geprägt haben. Wir alle haben unsere eigenen Gründe, uns auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten. Doch im seltensten Fall sind diese Beweggründe für den Gegenüber klar ersichtlich. Was wir sehen können, ist lediglich das Resultat – ein bestimmtes Verhalten.

„Urteile nicht über das Leben anderer.
Jeder hat einen Weg hinter sich,
von dem du nicht weißt,
ob du ihn hättest gehen können.“
Unbekannt

Eine Übung für mehr Mitgefühl und Verständnis

Welchen Vorwurf trägst du schon lange mit dir herum?

Ich lade dich in dieser Woche zu einer Übung ein, um mehr Mitgefühl und Verständnis für einen anderen Menschen und sein Verhalten zu entwickeln.

Diese Übung liegt mir persönlich sehr am Herzen, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass wir damit unseren Blick auf ein Erlebnis der Vergangenheit drehen, und dadurch tiefgreifende Veränderung für die Zukunft anstoßen können – allein durch eine veränderte innere Haltung.

Ich lade dich ein – im übertragenem Sinne – 100 Schritte in den Schuhen der Person zu gehen, gegen die sich dein Vorwurf richtet …

… vorausgesetzt du bist bereit, deine Position zu verlassen.
Deine Sicht auf die Dinge zu hinterfragen.
Über deinen Tellerrand hinaus zu schauen.
Persönlich zu wachsen.

Sich in die Situation des anderen zu begeben, an Stelle der Person zu stehen und zu handeln, gibt uns tiefere Einblicke in die MÖGLICHEN Beweggründe.

Also, los geht’s …

1. Begib‘ dich für diese Übung ganz in die Position des anderen. Stell dich im übertragenem Sinne in seine „Schuhe“. Werde quasi „eins“ mit dieser Person.

Nimm‘ wahr …

2. Wie fühlen sich die „Schuhe“ des anderen an? Sind sie bequem? Wo drückt es?

Beobachte, was du in der Position dieser Person empfindest.

3. Gehe nun ein paar Schritte in den „Schuhen“ des anderen. Wie leicht oder schwer ist dein Gang? Dann versuche den Weg nachzugehen, der zu dem Verhalten in der Situation führt, das bzw. die dein Gegenüber (also, du selbst) verurteilst. Bedenke, dass diesem Moment viele Momente, Tage, Wochen und Jahre vorausgegangen sind. Erfahrungen, die in diesen Moment einfließen und sich widerspiegeln.

Lass‘ zu, dass sich dein Blick weitet.

4. Frage dich, was bewegt „MICH“ (aus der Position des anderen) dazu, mich in diesem Moment, in dieser Situation so zu verhalten? Wieso habe „ICH“ so gehandelt? Was sind „MEINE“ wahren Beweggründe?

Öffne dein Herz, um nachzuempfinden, was diesen Menschen in diesem Moment bewegt.

5. Nimm‘ dir Zeit. Wann immer du merkst, dass du dich aus den „Schuhen“ heraus in deine eigene Position begibst, ziehe die „Schuhe“ wieder bewusst an. Nimm‘ Abstand zu dir selbst und bleibe in den „Schuhen“ des anderen bis du spürst, dass sich innerlich etwas löst. Sich Ablehnung in Zugewandtheit dreht. Sich Unverständnis in Mitgefühl wandelt …

Es braucht Übung, um den eigenen Standpunkt zu verlassen. Sich auf eine andere Sicht einzulassen. Erlaube dir zu „scheitern“ ohne gleich aufzugeben.

„Willst du recht haben oder glücklich sein?
Beides geht nicht.“
Marschall B. Rosenberg

 

Verbindung schaffen

Ich bin der Überzeugung, dass Menschen FÜR sich handeln.
Nicht GEGEN dich oder andere.

Wir können die wahren Beweggründe eines anderen Menschen nie in ihrer Vollständigkeit erkennen. Nur wir selbst kennen den „inneren“ und „äußeren“ Weg, den wir gegangen sind. Tatsächlich sehen wir andere oft nicht 1:1 so, wie sie sind. Vielmehr sehen wir sie gefiltert durch die Brille unserer eigenen Erfahrungen, das heißt, WIE WIR SELBST SIND.

Daher hat es oft mehr mit uns selbst, als mit der anderen Person zu tun, wenn wir ihr Verhalten verurteilen.

Die Person oder ihr Verhalten drückt einen innerlichen „roten Knopf“, einen wunden Punkt verbunden mit einer früheren Erfahrung aus unserer eigenen Vergangenheit. Oder die Person lebt etwas, dass ich mir selbst wünsche, aber mir nicht erlaube oder traue.

Hier liegt das Geschenk für dich!
Das Gemeinsame und Verbindende in diesem Moment.

Verständnis heißt, Mitgefühl zu entwickeln. Es geht nicht darum, dass Verhalten des anderen gut zu heißen, sondern in den Schuhen des anderen zu gehen und die Beweggründe nach zu empfinden. Die Last des Vorwurfs abzulegen, um erleichtert und frei den eigenen Weg stimmig zu gestalten.

Ich wünsche dir in dieser Woche die Offenheit für die Perspektive des anderen,
Katja

 

Dein Motivationskick für den Wochenstart:

– immer montags in deiner Inbox.

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… für mehr Freude und Sinn im (Job-)Alltag.

Los geht’s …

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