Equal Pay Day. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!?

Montags-Impuls_ Equal Pay Day

„Mind the gap“

Wer schon im englischsprachigen Raum mit der Metro gefahren ist, kennt diesen Hinweis auf die Lücke zwischen Bahn und Bahnsteig.

Um auf die Lücke zwischen den Löhnen in der Erwerbsarbeit von Männern und Frauen aufmerksam zu machen, wurde 1966 in den USA ein internationaler Aktionstag für Entgeltgleichheit ins Leben gerufen:

Der Equal Pay Day

Heute, am 18. März 2019, ist Equal Pay Day in Deutschland. Bis heute, d.h. 77 Tage, arbeiten Frauen rechnerisch unentgeltlich, während Männer schon ab dem 1. Januar bezahlt werden. Die 77 Tage entsprechen einer unbereinigten Lohnlücke von 21 Prozent.

Der Aktionstag bezieht sich auf diese unbereinigte Entgeltdifferenz, um auf die vielfältigen Ursachen der geschlechtsspezifischen Ungleichheit bei den Löhnen hinzuweisen. Dazu zählt das Frauen häufiger in schlechter bezahlten Berufen – wie im sozialen Bereich – arbeiten. Wenn sich dann die Frage stellt, wer den Großteil der (unentgeltlichen) „Familienarbeit“ übernimmt, fällt die Entscheidung mit dem kurzsichtigen Blick auf die Gehaltszettel oft zulasten der Frauen, die dann länger pausieren und auf Teilzeit reduzieren. Das als „selbstgewählt“ abzubügeln, wird der Realität nicht gerecht.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!?

Berücksichtigt man Faktoren wie Branchen, Teilzeit und Karrierepausen, dann verdienen Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien immer noch 6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen (Stand 2014).

Dabei sollten Frauen und Männer nicht nur nach Artikel 3 des Grundgesetzes gleichberechtigt sein, sondern laut „Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz“ (2006) auch für gleichwertige Arbeit gleich entlohnt werden. Ob das im eigenen Unternehmen so gehandhabt wird, können ArbeitnehmerInnen dank dem Entgelttransparenzgesetz abfragen, vorausgesetzt der Betrieb hat mehr als 200 Beschäftigte. Das Gesetz ist seit Juli 2017 in Kraft. In Anspruch nehmen das bislang nur wenige.

Über Geld spricht man nicht …

Das liebe Geld ist weiterhin ein Tabuthema, vor allem in Deutschland. Damit sich das ändert, braucht es den Equal Pay Day, mehr Unternehmen die freiwillig Gehälter transparent gestalten und Aktionen, wie die der Berliner Verkehrsbetriebe.

Zum Equal Pay Day können Frauen einen ganzen Tag für 5,50 EUR statt 7,00 EUR und damit 21 Prozent günstiger durch die Stadt fahren.   Auf ihrer Website entschuldigen sich die Verkehrsbetriebe vorsorglich bei allen Männern, die sich durch die Aktion diskriminiert fühlen und fragen: “ „Wer entschuldigt sich bei den Frauen, die durchschnittlich 21% weniger verdienen?“

Diskriminierung mit Humor begegnen

Einen spielerischen Weg Diskriminierung und Ungleichheit aufzudecken, verfolgt das Comicprojekt Sascha & Sascha. Dafür sammeln die beiden Gründerinnen Geschichten, die das tägliche Leben schreibt, holt diese aus der Tabuzone und packt sie in lustige Comics.

Das Ziel dabei? Einen offenen und lockeren Umgang provozieren und damit den Themen die Chance bieten, aus der Schublade zu steigen und vermeintlich feste Rollenbilder zu hinterfragen. Humor hilft heilen!

Wir alle sind gefragt, wenn es darum geht Diskriminierung und Ungleichheit in ein wertschätzendes Miteinander zu transformieren.

Was kannst du – ob Frau oder Mann – heute dazu beitragen?

Ich wünsche dir, dass du in dieser Woche Ungleichheit mit Herz und Mut begegnest,
Katja

P.S. Bis zum 14. April 2019 kannst du das Projekt Sascha & Sascha beim Crowdfunding auf startnext unterstützen.

Sascha & Sascha – Crowdfundingvideo from Sascha & Sascha on Vimeo.

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